Medizinische Notfälle beim Wandern oder Bergsteigen erfordern schnelles und besonnenes Handeln. Um ihre Mitglieder optimal auf die kommende Saison vorzubereiten, organisierte die DAV-Ortsgruppe Freyung am vergangenen Donnerstag eine fundierte Fortbildung im Landhotel Brodinger. Rund 15 Interessierte folgten der Einladung der Ortsgruppe, um sich in den Bereichen Notfallapotheke und Erste Hilfe schulen zu lassen.
Die Rucksack-Apotheke: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“
Den ersten Teil des Abends gestaltete die Freyunger Apothekerin Michaela Zillner. Sie erläuterte detailliert, welche Medikamente in den Rucksack gehören – immer in Abhängigkeit von Länge, Schwierigkeit und Gruppengröße der Tour. Ihr zentrales Credo lautete dabei: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“, um das Gewicht gering zu halten, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Neben der Grundausstattung zur Wundversorgung und Desinfektion ging Zillner besonders auf die Behandlung von Schmerzen und Entzündungen ein. Auch die Linderung von Beschwerden durch körperliche Überlastung war ein zentrales Thema ihres Vortrags.
Lebensrettende Sofortmaßnahmen in steilem Gelände
Im zweiten Abschnitt übernahm Tom Gibis, Ausbilder beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK), das Wort. Er widmete sich den lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Ein Schwerpunkt lag auf dem Erkennen von Infarktsymptomen und der Überprüfung lebenswichtiger Körperfunktionen durch Laien.
Anhand der Reanimationspuppe „Little Anne“ demonstrierte Gibis anschaulich die korrekte Herzdruckmassage und die stabile Seitenlagerung im Gelände. Von der Versorgung kleinerer Blessuren bis hin zu schweren Verletzungen an Extremitäten oder Rumpf spannte er den Bogen der Ersten Hilfe. Besonders eindringlich mahnte der Experte zur Eigensicherung und zum korrekten Absetzen des Notrufs. Auch die Mitführung einer Rettungsdecke bezeichnete er als existenziell für jeden Bergsteiger.
Bestens gerüstet für die neue Saison
Vorsitzender Josef Schwaiberger dankte den Referenten abschließend für ihr ehrenamtliches Engagement und die praxisnahe Aufbereitung der komplexen Themen. Mit dem aufgefrischten Wissen blickt die Ortsgruppe nun zuversichtlich auf die kommenden Touren der Saison.
Bericht: Lothar Schäfer
Fotos: Ortsgruppe