Nach dem großen Erfolg im Vorjahr, als die Wanderung im oberen Flusstal von Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein die Mitglieder begeisterte, setzt die Ortsgruppe Freyung ihre Erkundung des idyllischen Regentals fort. Dieses Mal stand der beeindruckende Abschnitt von Regen nach Zwiesel auf dem Programm. Unter der Regie von Wanderleiter Lothar Schäfer erlebte die zwölfköpfige Gruppe eine Genusstour entlang eines der schönsten Flusswanderwege des Bayerischen Waldes.
Die Wanderer starteten nach der Anfahrt in Fahrgemeinschaften direkt am Bahnhof Regen. Von dort aus führte der Weg, der durchgehend mit dem markanten Symbol „Zwei schwarze Wellen auf weißem Grund“ gekennzeichnet ist, schnell hinein in die tiefe, beruhigende Flusslandschaft des Schwarzen Regens. Das Besondere an diesem Abschnitt des Flusswanderwegs ist seine absolute Naturnähe: Er kommt fast ohne nennenswerte Steigungen aus und verläuft über weite Strecken auf schmalen, naturbelassenen Pfaden unmittelbar neben dem Flussbett. An wenigen feuchten oder morastigen Uferabschnitten sorgten schmale Knüppeldämme aus Eichenbohlen und hölzerne Steige dafür, dass die Gruppe die weichen Passagen trockenen Fußes überqueren konnte. Die Route führte durch lichtdurchflutete Auenwälder und dichte Mischwälder, die Heimat einer überaus artenreichen Tier- und Pflanzenwelt sind. Besonders eindrucksvoll zeigten sich die Reviere der heimischen Biber: Immer wieder entdeckten die aufmerksamen Wanderer in Ufernähe deutliche Spuren wie angenagte Baumstämme und die typischen Biberrutschen, die direkt ins Wasser führen.
Etwa auf halber Strecke, nahe der Ortschaft Schweinhütt, stieß die Gruppe auf eine baubedingte Vollsperrung des Flusswegs, die durch den Neubau der Nagerlbrücke für die Waldbahn erforderlich ist. Die hervorragend ausgeschilderte Umleitung führte die Wanderfreunde kurzzeitig bergauf in dichte Wälder zu urigen, kleinen Holzhütten. Hier findet alljährlich im Dezember an zwei Wochenenden die weithin bekannte, romantische Schweinhütter Waldweihnacht statt. Die idyllische Kulisse bot den idealen Platz für eine ausgiebige Brotzeit aus dem mitgebrachten Proviant. Gut gestärkt folgte der Abstieg zurück ans Flussufer. Kurz vor dem Ziel weitete sich das Tal und gab den Blick frei auf das beeindruckende Naturschutzgebiet Stockauwiesen. In diesem wertvollen und geschützten Feuchtbiotop finden zahlreiche seltene Vogel- und Pflanzenarten einen sicheren Rückzugsraum.
Nach rund 15 Kilometern und einer reinen Gehzeit von etwa vier Stunden erreichte die Gruppe schließlich die traditionsreiche Glasstadt Zwiesel. Den harmonischen Ausklang der Genusstour bildete ein geselliges Beisammensein an einem sonnigen Plätzchen vor „Ina’s Cafe“. Die stündlich verkehrende Waldbahn brachte die zufriedenen Alpenvereinsmitglieder im Anschluss bequem zurück zum Ausgangspunkt nach Regen.
Zum Abschluss eines rundum gelungenen Tages gönnte sich ein Teil der Gruppe noch einen Abstecher zur nahegelegenen Burgruine Weißenstein, dem fressenden Haus und dem direkt darunter liegenden Gläsernen Wald. Die geschichtsträchtige Ruine thront imposant auf dem weißen Quarzfelsen des „Pfahls“ – einem urzeitlichen geologischen Naturdenkmal in 758 Metern Höhe – und bot den Teilnehmern einen majestätischen Ausblick über den, unter einer schwarzen Gewitterwolke liegenden, Bayerischen Wald. Die Wanderer erreichten ihre geparkten Autos gerade noch trockenen Fußes. Erst auf der anschließenden Heimfahrt nach Waldkirchen öffnete der Himmel seine Schleusen, sodass die Rückfahrt im strömenden Gewitterregen stattfand. Dies tat der hervorragenden Stimmung nach diesem ereignisreichen Tag jedoch keinen Abbruch.
Bericht: Lothar Schäfer
Fotos: Ortsgruppe