Die Wettervorhersage versprach nichts Gutes, doch die Wanderer der DAV-Ortsgruppe Freyung ließen sich davon nicht abhalten. Trotz instabiler Wetterlage brach die Gruppe unter Führung von Wanderleiter Lothar Schäfer zu ihrer lang geplanten Tour in das oberösterreichische Almtal auf. Ziel war der 1.747 Meter hohe Kasberg.
Bereits die Anfahrt gestaltete sich abenteuerlich. Auf den letzten Kilometern von Grünau hinauf zum Hochberghaus forderte die schmale, einspurige Bergstraße Farrenau volle Konzentration vom Fahrer des Neunsitzer-Busses. Vom Parkplatz ging es zunächst gemächlich über eine Forststraße, ehe ein schmaler Pfad zur Farrenauhütte führte. Dort wurden die Wanderer mit einem imposanten Weitblick auf den Traunstein belohnt. Da im Süden bereits dunkle Regenwolken aufzogen, forcierten die Bergfreunde das Tempo. Unterhalb vom Benn Nock (1.520 m), durch das sommerliche Skigebiet Kasberg führte die Route an der Sepp-Huber-Hütte vorbei. Eine von Felsbändern durchzogene Steilflanke verlangte Konzentration, an drei drahtseilversicherten Passagen waren Trittsicherheit und Vorsicht gefragt.
Über eine blühende Hochalm und durch eine steil aufsteigende Latschengasse erreichte die Gruppe schließlich das Gipfelkreuz. Der Wettergott meinte es gnädig – bis auf wenige Tropfen blieb es trocken. Während einer kurzen Gipfelrast genossen die Wanderer das eindrucksvolle Panorama auf die steil abfallenden Nordwände des gegenüberliegenden Toten Gebirges, Zwölferkogel, Rotgeschirr (2.263 m) sowie den dominanten Großen Priel (2515m) , Teufelsmauer, Kleinen Priel, Großer Pyhrgas und den Hohen Nock im Südosten.
Der Name des Kasbergs hat – entgegen weit verbreiteter Vermutungen – nichts mit Käse zu tun. Der Begriff leitet sich vom althochdeutschen Wort „Hochkar“ ab, was auf die markante, von Gletschern geformte Kesselform des kalksteinhaltigen Bergmassivs zurückzuführen ist.
Der Abstieg verlangte aufgrund der feuchten Felsen an den ausgesetzten Stellen erhöhte Aufmerksamkeit. Eine wohlverdiente Pause legten die Wanderer in der Sepp-Huber-Hütte ein und waren bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen fast allein, da das wechselhafte Wetter kaum andere Bergsteiger angelockt hatte.
Erst einen Kilometer vor dem Ziel musste die Regenbekleidung übergezogen werden. Nach 12 Kilometern und 700 absolvierten Höhenmetern ließ die Gruppe den gelungenen Tourentag bei einer deftigen Hütteneinkehr im Hochberghaus zünftig ausklingen.
Bericht: Lothar Schäfer
Fotos: Ortsgruppe