Zu einer abwechslungsreichen wie geschichtsträchtigen Tour des Deutschen Alpenvereins der Ortsgruppe Freyung, hat sich eine Gruppe am Sonntag, den 18. Oktober 2026, am Fuße des Dreisesselberges beim Wanderparkplatz Kreuzbachklause, mit privater Pkw-Anfahrt, um 9.30 Uhr, getroffen. Franz Uhrmann hat die interessante grenzüberschreitende Wanderung zum Felsmassiv „Spicak“ (Spitzberg, 1021 Meter) im Nationalpark Sumava, organisiert und auch begleitet. Unter den elf Tourengänger war auch Ortsgruppenvorsitzender Josef Schwaiberger. Des weiteren führte die Tour noch zum Schwarzenberger Schwemmkanal, Mühlsteig, Wasserrad (Stiftermühle) und Wasserfälle. Uhrmann gab zu den jeweiligen Wanderstellen viel geschichtliches Hintergrundwissen sowie Besonderheiten über Fauna und Flora an die wissbegierigen Tourengeher weiter.
Bei optimaler Witterung und gut gelaunt, begann die Tour an der Kreuzbachklause (938 Meter) – einem historischen Stausee mit der urigen Klauserhütte. Der ehemalige Triftsee wurde zwischen 1861 und 1863 erbaut. Darin wurde das Wasser für den Kanal zur Holztrift angestaut der das Dreisesselwasser in den Osterbach und damit in die Ilz leitete. Der weitere Weg führte ein Stück auf der Forststraße entlang. Nach Verlassen begann ein Naturpfad zum Schwarzenberger Schwemmkanal. Der Kanal ist lebendiges Zeugnis vergangener Zeit und verbindet nordöstlich des Dreisesselbergs den Fluss Svetla (Lichtwasser) an der bayerisch-tschechischen Grenze mit der Großen Mühl. Seit dem Jahr 1963 wird der Schwemmkanal auf der Liste der immobilen Kulturdenkmäler technischer Bedeutung geführt. In den Jahren 1999 – 2001 führte die Verwaltung des Nationalparks und des Landschaftsschutzgebietes Sumava eine umfangreiche Rekonstruktion dieses einzigartigen Werkes durch.
Anschließend ging es in urwüchsigem Gelände entlang des Grenzstreifens über die tschechische Grenze hinauf zur Felsformation „Spicak“, dem höchsten Punkt der Tour. Spicak ist ein kleinerer, markanter Gipfel in Nähe des Dreisessel-Massivs. Dort konnte eine herrliche Aussicht in den Böhmerwald genossen werden.
Weiter ging es zum Mühlsteig mit einem erneut sehenswerten Highlight: Das hölzerne Wasserrad am Kreuzbach (834 Höhenmeter) mit einem Rastplatz. Das Wasserrad markiert die Stelle wo einst die sogenannte Stiftermühle stand, die mit dem Wasser vom Kreuzbach angetrieben wurde. In dieser Idylle wurde ausgiebig Brotzeit gemacht.
Eingebettet in eine faszinierende Naturkulisse erwartete die Wanderer dann, mit den rauschenden Kreuzbach-Wasserfällen, ein weiteres einmaliges Erlebnis. Es handelt sich dabei um keine riesigen Einzelfälle, sondern eine etwa 30 Meter lange Strecke mit vielen kleinen Kaskaden und Gumpen entlang des Kreuzbaches. Der Pfad direkt an den Wasserfällen ist ein teils felsiger, steiler und wurzelreicher Trampelsteig und erforderte Trittsicherheit.
Schließlich gelangte die Gruppe wieder zum Ausgangspunkt an der Kreuzbachklause an. Bevor es in Richtung Heimat ging, dankte man Franz Uhrmann für die schöne Tour – und nach kurzer Anfahrt nach Altreichenau wurde noch im Loipenstüberl gemütlich eingekehrt.
Bericht: Reinhilde Schreiber
Fotos: Ortsgruppe