Sektion Passau - Ortsgruppe Freyung

Aber über einen längeren Zeitraum ändern sich einfach die Lebensverhältnisse und das Freizeitverhalten der Bevölkerung. Da muss man wohl oder übel mit der geänderten Situation zurechtkommen.

Viele Freunde und Weggefährten aus den Reihen der Alpenvereinsmitglieder, die heute schon längst nicht mehr unter uns sind, haben mich in all diesen Jahren begleitet und unterstützt. Es würde zu weit führen, von allen zu erzählen, es sei mir aber gestattet, von einigen zu berichten.

Pfarrer Herbert Kessler aus Hinterschmiding war der Initiator für die Gründung der Freyunger Ortsgruppe im Sommer 1970. Bis zum April 1989 war er auch der 1. Vorsitzende. Eine große Zahl von Mitgliedern geleitete ihn im November 2003 zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Hinterschmidinger Friedhof.

Rosa Buchberger ist den älteren Mitgliedern als „Urgestein" des Vereins noch in guter Erinnerung. Ihr trockener Humor war legendär und sie hat in den Anfangsjahren des Vereins auch die Kassengeschäfte geführt.

Reinhold Scharrenbach war ausgebildeter Tourenführer und hat für die Mitglieder der Ortsgruppe höchst anspruchsvolle Touren geplant und geführt. Außerdem war er mehrere Jahre 2. Vorsitzender. Eine Krebserkrankung setzte seinem Leben ein allzu frühes Ende. Als er schon schwer erkrankt war, hoffte er noch immer auf eine Heilung und zu mir sagte er immer, dass wir nach seiner Gesundung gemeinsam den Eiger in den Schweizer Bergen über den Mittellegigrat besteigen werden.

Ein schwerer Schlag für die Angehörigen, aber auch für die gesamte Ortsgruppe war der tragische Tod von Marianne und Bernhard Knon und ihrem Seilpartner Max Gibis, die im Sommer 2009 in den Schweizer Bergen bei einer gemeinsamen Hochtour ums Leben gekommen sind.

Schließlich ist noch Monika Rauscher aus Spiegelau zu erwähnen. Sie hatte von sich aus angeboten, die Seniorenwanderung der Ortsgruppe zu übernehmen und sie hat diese Aufgabe recht gewissenhaft bis zu ihrem überraschenden Tod im Frühjahr 2019 wahrgenommen.

Das sind traurige Ereignisse, die uns im Laufe der Jahre immer wieder heimsuchen. In der Rückschau auf die Zeit an der Spitze der Ortsgruppe Freyung überwiegen aber doch die schönen Erlebnisse. Ich habe einen großen Freundeskreis gefunden, war mit netten Leuten viel in der schönen Bergwelt unterwegs und habe viel Unterstützung bei der Leitung der Ortsgruppe erfahren. Immer wieder waren Mitglieder bereit, Aufgaben in der Ortsgruppe zu übernehmen. Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich bei meinen Freunden, die sich in all den Jahren um die Weiterentwicklung unserer Ortsgruppe gesorgt haben und dafür ihre Zeit und Energie geopfert haben.

Ein ganz besonderer Dank gilt natürlich der gegenwärtigen Vorstandschaft unter der Leitung des 2. Vorsitzenden Josef Schwaiberger, die Verantwortung übernommen hat, damit unsere Ortsgruppe auch künftig gut dasteht. Es war stets eine angenehme und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Vorstandschaft und mir und die 30 Jahre an der Spitze der Ortsgruppe waren ein interessanter, aber auch erfüllender Lebensabschnitt für mich.

Es war vorhersehbar, dass ich bald nach der Wahl zum 1. Vorsitzenden gebeten wurde, für die Mitglieder auch Touren zu planen und zu führen. Am Wochenende 14. auf 15. Juli 1990 habe ich erstmals eine Wandertour organisiert. Es ging auf das Teufelshorn in den Berchtesgadener Alpen. Übernachtet haben wir auf der Wasseralm, die damals noch äußerst dürftig ausgestattet war. In den folgenden Jahren wurden meine Tourenangebote immer zahlreicher, unsere Mitglieder gingen gerne mit und auch ich selbst hatte meine Freude bei den Touren in der schönen Bergwelt. Rudi Schmid, der damalige Ausbildungsreferent der Sektion schlug mir vor, doch eine Tourenführerausbildung beim DAV zu machen. Diese unternahm ich im Sommer 2006 auf dem Hans-Berger-Haus im Wilden Kaiser und ich war damit ganz offiziell Wanderleiter für die Sektion und die Ortsgruppe. Mit 90 Jahren war es aber doch an der Zeit, diese Tätigkeit abzugeben und ich habe am 21./22. September 2019 mit einer Wochenendtour auf die Hochries und das Dürrnbachhorn diese langjährige Tätigkeit beendet.

In der Rückschau kann ich sagen, es waren wunderschöne Zeiten, die ich mit Freunden in allen Teilen der Alpen erleben durfte. Was mich am Ende dieses interessanten Lebensabschnittes mit Freude, aber auch mit Dankbarkeit erfüllt, ist dies: Bei meinen unzähligen Touren ist niemals ein Teilnehmer ernsthaft verletzt worden und ich konnte immer alle Bergfreunde wohlbehalten nach Hause bringen. Anlässlich meines 90. Geburtstages im März 2019 wurden mir zahlreiche Ehrungen zuteil, auch seitens des Alpenvereins. So waren bei der eigentlichen Geburtstagsfeier in Sölling die Repräsentanten von Sektion und Ortsgruppe, Sektionsvorsitzender Prof. Dr. Walter Schweitzer, sowie der 2. Vorsitzende der Ortsgruppe Freyung, Josef Schwaiberger jeweils mit Begleitung zum Gratulieren gekommen. Eine eigene Feier in der Museumsgaststätte „Ehrn" in Finsterau haben Sektion und Ortsgruppe für mich ausgerichtet, bei der es nochmals um meinen runden Geburtstag, aber auch um mein Jubiläum „30 Jahre 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Freyung" gegangen ist. Ich fühle mich sehr geehrt und ich möchte mich ganz herzlich für die Würdigung meines Einsatzes bei Sektion und Ortsgruppe bedanken.

Auch wenn ich nunmehr nicht mehr an der Spitze der Ortsgruppe stehe, fühle ich mich auch künftig mit dem Alpenverein — und hier natürlich mit der Ortsgruppe Freyung — eng verbunden.

Weiterhin gute und freundschaftliche Kontakte mit Euch, liebe Bergfreundinnen und Bergfreunde, wünscht sich

Euer

Max Pauli

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